Eine Polemik über die Bildungshysterie

Nach der bildungsfeindlichen Zeit bricht nun eine Bildungshysterie aus.
Andererseits sei bei vielen Jungen Doofheit modern. Aber das Phänomen der Internetausdrucker weist darauf hin, daß eine gewisse bornierte Dummheit schon immer Tradition hat in diesem unserm Lande. Internetausdrucker sind durchaus kulturelle und inteligente Leute, die eigentlich intelektuell zum üblichen Gebrauch des Internets in der Lage wären, wenn sie es wollten.

Es ist immer noch nicht klar, was genau mit Bildung erreicht werden soll. Mütter und Großmütter haben Recht, wenn sie wollen, daß die Kinder etwas lernen. Die Kinder sollen etwas lernen, daß sie eine Grundlage haben, um später ihr Auskommen zu haben.

Ein wichtiger Teil der Bildung ist das technische und wirtschaftliche operative Wissen, das dann im Einsatz bei Kunden dann sich auszahlt.

Hier gibt es schon Ideologen, die dies schon aus Prinzip ablehnen. Im Extremfall sind dies noch beamtete Lehrer, die von unserem Steuergeldern leben und aus mangelnder wirtschaftlicher Bildung gar nicht wissen, von was.
Die Folgen kann man z.B in Welt 20.1.2011: Firmen klagen über zu viele Fachidioten nachlesen, wo beklagt wird, das viele Absolventen praxisfern seien.

Es muß nicht nur an den Bildungseinrichtungen liegen, sondern manchmal entwickelt sich der Markt auch an der Wissenschaft vorbei. Auch potentielle Kunden die sogar Geld haben, wollen oft keine Neuerungen.

Es gibt aber wirklich Zeichen der Zeit, daß wir uns ein Nichtwollen und ein gegenseitiges ins Leere laufen lassen, nicht mehr leisten können:

Ich glaube auch nicht, daß Museen für moderne Kunst (wie in Ravensburg geplant) oder Eishallen (wie in Ravensburg) zur Lösung der Probleme beitragen.

Natürlich trägt mancher technologischer Schnickschnack auch nicht zur Lösung bei.

Der Lösungsansatz besteht in einem gemeinsamen Nachdenken, ausprobieren und Handeln auf freiwilliger Basis.

Die Bildungshysterie wird auch keinen Erfolg haben, wenn sie an der wirtschaftlichen Verwendung vorbei geht.

Selbstverständlich muß man Bildung auch umfassend sehen:

Die Bildungsfeindlichkeit hat auch weniger mit der Ablehnung von Sachen zu tun, deren Sinn ein einfacher Bauer sowieso nicht als hilfreich in seinem Leben erkennen kann, sondern mit eingebildetem Getue vieler Leute, die Bildung genossen haben, und die Jahrhunderte lang die kleinen Leute verachtet haben.

Die Gegenhypothese, daß nun alle so gebildet sein sollen wie die höheren Töchter des 19. Jahrhunders ist natürlich auch Unfug.

Bildung ist ja auch ein lebenslanger Prozeß, und es ist auch eine Frage der Eigeninitiative sich zu bilden. Das konkrete Ziel was jeder Bürger hat wohin er sich bilden will, ist ohnehin eine inviduelle Sache.

Ausserhalb der Elementarschule kann man sich relativ billig im Internet oder auch mit Büchern weiterbilden. Man kann natürlich auch Vereine gründen oder welchen beitreten, damit man sich auch gemeinsam mit anderen bilden kann.

Bis auf die Elementarschule ist eigentlich keine staatliches Engagement nötig. Denn durch staatliches Engagement zwägt man Sachen auf, und nimmt den Leuten durch Steuern Geld weg und zwangsbeglückt Leute, die diese Sachen nicht freiwillig als Eigeninitiative machen. (Beispielsweise Kunstmuseen, Theater usw). Die staatlichen Gelder gelangen zu Auftragsnehmer, deren Hauptinteresse das Geld ist, und die Sache selber ist nebensächlich. Damit muß dies wieder durch einen Beamtenapparat kontrolliert werden.

Durch die Bildungshysterie machen sich also Leute wichtig, und verfurzen unser Steuergeld.

Kritik der Universitätsbildung

Positiv ist, das man den Willen aufbringt, auch durch anspruchsvollere Fächer wie "Diskrete Algebraische Strukturen" und andere durchzuhalten. Im Selbststudium wüdre man ein solches Buch wohl bald aus der Hand legen.

Nach Humbolt gehöhren Forschung und Lehre zusammen. Allerdings ist es für Studenten, die ja einen Beruf lernen wollen, sehr ägerlich, wenn bei Professoren die Lehre zu kurz kommt, und sie in der Vorlesung sehr wenig verstehen und dieses auch noch eine verbindliche Vorlesung ist. Wenn dann auch noch Studiengebühren gezahlt werden müssen, ist dies noch ärgerlicher.

Bei Universitäten ist eigentlich das Fachgebiet an sich wichtig. Ein Nachteil entsteht dann, wenn man am Markt vorbeistudiert.

Bei Fachhochschulabsolventen bzw. in Fachhochschul-Lehrbüchern hört und liest man auch von "Markt" und "Kunden". Die Fachhochschulen sind ja auch als Gegenreaktion zur Elfenbeinturmwissenschaft gegründet worden.
Bei Fachhochschulabsolventen ist aber weniger das Interesse an den Dingen an sich ausgeprägt.

Eigentlich ist alles wichtig: Durchblick (Theorie), Implementierungspflicht (Praxis) sowie Nutzen und Verkaufbarkeit.

Bildung durch die Wirtschaft ?

Es werden auch immer mehr Zertifikate modern. Wenn man sich selbst etwas erarbeitet hat, kann man sich ja schlecht ein Zertifikat ausstellen. Es muß ja auch die Debatte geführt werden, ob die Technik XY auch wirklich etwas taugt. Ein XY-Zertifizierter wird wohl kaum die Technik kritisch sehen, nach dem er in sein Zertifikat investiert hat...

Firmen investieren natürlich in Schulungen (bösartig in Abrichtungen) in deren Produkte. Staatliche Institutionen wie Schulen, Fachhochschulen und Universitäten und Volkshochschulen sollten aber nicht firmenspezifische Schulungen anbieten. Dies führt zur Monopolartigen Strukturen, es ist dann keine Kritik mehr möglich, was dann zur Erstarrung führt. (Monopolismus = Bolschewismus)

Zur Bildung gehört an sich, daß man verschiedene Hypothesen kennt, d.h. eine Pluralität von Hypothesen/Meinungen ist also Vorraussetzung. (Man kann sich ja dann auch für eine entscheiden, aber sollte auch begründen können).


Rudolf Weber